mynetx

Mangelhafter Datenschutz in sozialen Netzwerken

Hubertus Primus, Stiftung WarentestIn seiner bisher größten Datenschutz-Studie stellte Stiftung Warentest den führenden deutschen sozielen Netzwerken schlechte Noten aus. Denn bei 80 Prozent  wurden Mängel in der Datensicherheit oder dem Schutz der Benutzer-Privatsphäre festgestellt. Besonders die US-amerikanischen Netzwerke beachten nicht das europäische Selbstbestimmungsrecht, so Hubertus Primus, Chefredakteur von test. Beispielsweise setzt das US-Netzwerk LinkedIn ein 68 Jahre lang gültiges Browsercookie und klärt Benutzer außerdem nicht darüber auf, wie lange IP-Adressen gespeichert werden. „Das ist bloße Vorratsdatenspeicherung“, musste Primus feststellen.

Für die in der April-Ausgabe des Magazins test erscheinende Analyse zogen die Experten 10 Netzwerke heran, unter ihnen alle deutschsprachigen Plattformen mit mehr als 100.000 Nutzern täglich. Schüler- und StudiVZ wurden genauso getestet wie Lokalisten, wer-kennt-wen und Jappy. Weitere Netzwerke waren die US-Firmen Facebook und MySpace sowie das Geschäftsnetzwerk Xing und dessen amerikanische Entsprechung LinkedIn.

Primus nannte die Testergebnisse „sehr durchwachsen“. Besonders der Stand der Datensicherheit sei „schlecht“. Beispielsweise stimmten nur 6 der 10 Netzwerke einem „Hackerangriff mit Erlaubnis“ zu, während alle US-Netzwerke sowie Xing dies ablehnten. Das führte zu einer Abwertung in ihrer Beurteilung, auf „mangelnde Transparenz“ zurückzuführen. Von den zustimmenden Seiten erhielten Jappy, wer-kennt-wen und Stayfriends ein „mangelhaft“; die VZ-Netzwerke und LinkedIn bekamen ein „ausreichend“. Primus wies auf eine besondere Datenschutzlücke hin: Wenn man die Netzwerke mobil nutzt – also zum Beispiel vom Handy aus – werden Benutzernamen und Kennwörter unverschlüsselt gesendet. Diese Sicherheitslücke müsse dringend geschlossen werden, betonte Primus.