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Angeklickt: Foto versehentlich gelöscht – und jetzt?

Wir knipsen heute digital. Und da kann es schon mal passieren, dass man ein einzelnes Foto oder sogar die komplette Speicherkarte versehentlich löscht. Was tun? Wer schnell reagiert, kann seine Fotos retten. Außerdem: Die wichtigsten Fotos online sichern, damit selbst dann nix passiert, wenn die eigene Festplatte mal den Geist aufgibt.

Wir wissen nicht, wie Sie fotografieren – aber wahrscheinlich digital. Das ist ja so praktisch. Aber es gibt auch einige Tücken. Denn das ist wohl jedem schon mal passiert, dass eine wichtige, richtig gut gelungene Fotoaufnahme plötzlich futsch war, einfach verschwunden. Die Urlaubsaufnahmen, die Fotos von der letzten Party, einfach weg. Muss man sich damit abfinden? Nein, keineswegs. Jörg Schieb hat ein paar Tricks auf Lager, wie man versehentlich gelöschte Fotos wieder aus dem Hut zaubert – und wie man Sicherheitskopien von Fotos macht, online, im Internet.

Speicherkarten verzeihen keinen Fehler

Digitalkamera Ob klein und kompakt – oder groß und leistungsfähig. Technisch funktionieren alle Digitalkameras gleich: Alle gemachten Aufnahmen landen auf solchen Speicherkarten. Und die verzeihen nichts. Einmal versehentlich die „Lösch“-Funktion in der Kamera benutzt – schon ist das schöne Foto weg. In Sekunden. Im schlimmsten Fall sogar alle Aufnahmen. Eine Undo-Funktion, um so einen Fehler einfach wieder rückgängig zu machen, bietet keine Kamera an. Schade, denn das wäre zweifellos sehr praktisch.

Fotos retten

Denn wohl jeder hat schon mal aus Versehen ein Foto gelöscht oder sogar mehrere. Die gute Nachricht ist: Man sollte nicht verzweifeln, sondern einfach handeln. Denn wer schnell reagiert, der kann gelöschte Fotos in der Regel noch retten. Ganz wichtig: Wenn sowas mal passiert, dann erst mal keine weiteren Aufnahmen machen, sondern gleich die Speicherkarte aus der Kamera nehmen und in den PC einlegen. Ist übrigens völlig egal, welche Speicherkarte in der Digitalkamera benutzt wird, die funktionieren alle mehr oder weniger gleich.

Undelete-Programme rekonstruieren gelöschte Daten auf Knopfdruck

Wichtig ist, was jetzt kommt. Mit einem speziellen Undelete-Programm kann man gelöschte Dateien aufspüren und in aller Regel auf Knopfdruck rekonstruieren. Das kann zwar eine Weile dauern, weil die Software ja nach Daten suchen muss, die offiziell gar nicht mehr vorhanden sind – aber meistens klappt das. Es gibt wenige kostenlose und eine ganze Reihe kostenpflichtiger Programme, um versehentlich gelöschte Dateien zu retten.

Kostenlose Software: PC-Inspector

PC Inspector File RecoveryTipp: Probieren Sie erst mal die kostenlos erhältliche Software „PC Inspector“ aus. Damit lassen sich versehentlich gelöschte Fotos mühelos rekonstruieren. Einfach die Speicherkarte einlegen und durchsuchen – wenige Sekunden später erscheinen die gelöschten Fotos wieder. Das klappt in 90% der Fälle. PC Inspector läuft allerdings nicht unter Vista oder Windows 7. Eine gute Alternative ist Free Art Plus Digital Photo Recovery. Ebenfalls kostenlos – aber nur mit englischer Benutzeroberfläche, dafür jedoch auf das Retten gelöschter Fotos spezialisiert.

Im Notfall ein Kaufprogramm

Wenn die kostenlosen Programme nicht weiterhelfen oder wer mehr Komfort beim Retten der Daten möchte, kann zu speziellen Kaufprogrammen greifen. Die haben noch mehr Tricks drauf und helfen oft auch in aussichtslosen Fällen weiter. Eine Garantie, dass es mit dem Retten der gelöschten Fotos klappt, gibt es natürlich nie. Ich würde immer erste die Gratisprogramme ausprobieren und je nachdem dann im Notfall auch mal ein Kaufprogramm verwenden. Die kosten übrigens zwischen 20 und 50 Euro.

Totalschaden der Festplatte

Aber auch auf der Festplatte sind Fotos nicht unzerstörbar. Schnell hat man auch hier aus Versehen eine Datei oder sogar einen ganzen Ordner gelöscht. Mit einem Undelete-Programm gelingt es in der Regel, die gelöschten Dateien, also Fotos wieder zurückzuholen – wenn man schnell reagiert. Aber es kann ja schlimmer kommen. Totalschaden der Festplatte, durch Wasserschaden, einen Wohnungsbrand – oder weil die Festplatte einfach den Geist aufgibt.

Sicherheitskopien im Web

Dropbox Dann ist es gut, wenn man Sicherheitskopien der wichtigsten Fotos hat. Auf CD oder DVD – ist aber aufwändig und auch ein bisschen lästig. Oder im Internet. Man kann Backups, Sicherheitskopien im Web speichern. Wenn es nicht zu viele sind, sogar kostenlos. Man kann seine Fotos zum Beispiel in ein Online-Fotoalbum wie Google Picasa hochladen. Hier bekommt man kostenlos 1 GByte Speicherplatz, das reicht für zirka 4000 Fotos. Wer mehr will, kann jederzeit Speicher dazu kaufen. Auch im Mediencenter von T-Online kann jeder etwa 4000 Fotos kostenlos speichern.

Online-Backup

Wer mehr Speicherplatz braucht, der kann schon für kleines Geld Speicher mieten – die Fotos werden bequem per Internet zum Anbieter geschickt und sind dort sicher wie in einem Safe, versprechen einige Anbieter. Bequemer als CDs oder DVDs zu brennen sind solche Online-Backup-Lösungen aber auf alle Fälle. So ein Online-Backup, zumindest von den wichtigsten Fotos, ist doch eine prima Versicherung und lässt einen ruhiger schlafen.

Quelle: http://www.wdr.de/tv/aks/sendungsbeitraege/2009/kw47/1120/angeklickt.jsp

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