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Angeklickt: Schutz vor kriminellen Datendieben

Selbst das BKA warnt mittlerweile: Die Datendiebe werden immer dreister und plündern Online-Konten oder knacken private E-Mail-Konten. Viele Netznutzer stellen immer noch Bequemlichkeit in den Vordergrund und machen sich zuwenig Sorgen um ihre Datensicherheit. Jörg Schieb gibt Tipps, wie man sich besser schützen kann.

Die Tricks der Datendiebe

Phishing Datendiebe agieren im Verborgenen. Sie können sonstwo auf der Welt sitzen – und sich in fremden Computern umschauen. Sie können Daten klauen. Oder Passwörter ausspionieren, noch während sie eingegeben werden. Die Datendiebe setzen unterschiedliche Techniken ein. Zum Beispiel Trojaner zum Ausspähen der Daten. Oder Keylogger, die alles mitschneiden, was wir eintippen. Derzeit leider wieder voll im Trend: Phishingangriffe. Der Computerbenutzer erhält eine offiziell aussehende E-Mail, geht danach auf eine ebenfalls offiziell aussehende Webseite – und gibt dort seine geheimen Daten preis.

Die Risiken nehmen zu – User sollten sich schützen

Das ist aber auch kein Wunder, denn das Internet selbst nimmt ja auch an Bedeutung zu. Immer mehr Menschen begeben sich regelmäßig online. Und das macht das Internet natürlich für Kriminelle besonders attraktiv. Aber man kann sich schützen. Man sollte sich schützen. Und das fängt damit an, seinen Computer auf dem neuesten Stand zu halten. Betriebssystem und wichtige Programme müssen regelmäßig aktualisiert werden.

Das ist oberste Userpflicht, wichtiger als alles andere. Und es kostet nicht mal was, außer ein bisschen Zeit. Nach Updates suchenJedes Betriebssystem bietet die Möglichkeit, Aktualisierungen aus dem Internet zu laden und zu installieren. Das geht schnell und vollkommen automatisch. Solche Updates sorgen dafür, dass zumindest bekannte Sicherheitslücken gestopft werden. Man schließt Einfallstore, die Datendiebe mit Vorliebe nutzen, um in Ihren Computer einzudringen.

Auch Benutzer von Apple Mac und Linux sollten das machen, auch wenn die sich oft für unverwundbar halten. Ist aber nicht so. Sicherheitslücken gibt es überall, und die müssen weg. Ebenfalls wichtig: Einen Virenschutz zu haben – und zu benutzen. Es gibt sogar kostenlose Programme, die einen guten Job machen.

Kostenloser Virenschutz von Avira

Bewährt hat sich zum Beispiel die Antivirenlösung vom deutschen Hersteller Avira. Privatleute können die Software kostenlos unter www.avira.de laden und benutzen. Ein wirklich solider Virenschutz, der wunderbar funktioniert. Seit einigen Tagen bietet aber auch Platzhirsch Microsoft ein kostenloses Schutzpaket an. Microsoft Security Essentials heißt es. Das Programm kann auf der Homepage von Microsoft herunter geladen werden und integriert sich nahtlos ins Windows-Betriebssystem. Microsoft Security Essentials findet Viren, Würmer und Trojaner und bietet so ebenfalls einen soliden Schutz vor lästigen Angriffen.

Phishingattacken können jeden treffen

Wer also nicht ohnehin irgendeine Sicherheits-Software auf seinem Rechner laufen hat, sollte zumindest eine dieser Gratisprogramme benutzen, das schützt den eigenen Rechner ganz gut. Gegen Phishing-Attacken schützen solche Programme allerdings nicht. Denn Phishingattacken funktionieren anders: Da bekommt man eine E-Mail, wird auf eine gefälschte Webseite gelotst, die aber echt aussieht, und dort gibt man dann selbst sensible Daten ein, etwa Kontodaten oder Passwörter.

Eine solche Mail sieht z.B. aus, als wäre sie vom Zahlungsdienst Paypal, aber der Link am Ende führt nicht zu Paypal, sondern zu einer anderen Adresse. Browser-Warnung: Verdächtige Phishing-Website!Aber auch da kann man sich warnen lassen. Auf eine gut gemachte Phishingattacke kann jeder reinfallen. Genau das macht sie so gefährlich. Moderne Browser verfügen heute über eingebaute Phishingfilter. Sie warnen einen, wenn man auf einer Phishingseite landet – dann ist man alarmiert und hoffentlich vorsichtig. Ein sinnvoller Schutz, der allerdings nicht in jedem Fall anschlägt. Also, ganz wichtig: Einen möglichst aktuellen Browser verwenden – und den Phishingfilter aktivieren. Auch das hilft enorm.

Sicherheitslücken bei E-Mails – Verschlüsselte Mails mit De-Mail

de-mailEin weiterer Knackpunkt beim Thema Datensicherheit ist die E-Mail. Was man in eine E-Mail schreibt, das kann praktisch jeder mitlesen. Außerdem ist es ein Kinderspiel, einen E-Mail-Absender zu fälschen. Genau das soll sich ändern. Diese Woche ist deshalb de-mail an den Start gegangen, derzeit allerdings noch im Probebetrieb. De-mail versendet Nachrichten verschlüsselt, so dass sie niemand mitlesen kann. Außerdem soll niemand eine de-Mail fälschen können. Als Absender muss man z.B. seinen Personalausweis herzeigen. Das macht eine de-Mail dann rechtssicher und rechtsverbindlich, zum Beispiel im Kontakt mit Behörden.

Die de-Mail soll 2010 offiziell starten. Jeder Deutsche kann dann eine de-Mail-Adresse bekommen. Schauen wir mal, was das bringt.

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Weitere Infos:

Quelle: Jörg Schieb, Angeklickt, in: Aktuelle Stunde, 09.10.2009, WDR